Holland Rundreise – der zweite Versuch – April/Mai 2018


Nachdem der erste Versuch einer Rundreise durch unser Nachbarland im Frühjahr letzten Jahres an einem kleinen Loch in einer Warmwasserleitung im Boden unseres Bades gescheitert ist, haben wir uns entschlossen der ganzen Sache abermals eine Chance zu geben und es im Frühjahr nochmal zu versuchen. Und es hat geklappt, hervorragend sogar. Aber ganz ruhig der Reihe nach von Anfang an.

Bisher haben wir die Niederlande meist in Form eines Besuches der Küste in Zeeland heimgesucht. Und das nicht nur einmal, sondern im Laufe der letzten 15 Jahre manchmal sogar mehrmals im Jahr. Das Ganze gipfelte in einem festen Stellplatz für unseren Wohnwagen auf dem Campingplatz in Breskens für den kompletten Sommer und Herbst in den Jahren 2006 bis 2008. Einmal hatten wir Den Haag und Amsterdam einen wirklich kurzen Besuch abgestattet und uns immer wieder vorgenommen, das Land auch mal anders kennen zu lernen. Der Plan dieses Mal war, nach einem Kurzbesuch an der Küste, einige Städte im Landesinneren zu besuchen und zu sehen wo es uns zu guter Letzt hin verschlägt.

Wohl wissend das der Stellplatz Kamperland Zeeland leider nicht alleine unser Lieblingsstellplatz ist, war dies die einzige Station die im Vorfeld geplant und der Stellplatz gebucht war. Da wir unsere Zugangskarte noch vom letzten Mal hatten, entfiel für uns das komplette Anmelden, da wir noch bekannt waren und Guthaben war auch noch auf der Karte vorhanden. Es hat sich zum durchweg positiven Eindruck des letzten Jahres gar nichts geändert auf diesem, bei Hundebesitzern sehr beliebten Platz. Wer noch mehr über diesen Platz wissen will, kann hier mehr Informationen finden. Auch dieses Jahr war das Wetter durchaus auf unserer Seite, nur der Wind scheint in Zeeland unser fortwährender Begleiter zu sein. Sonne, sehr stürmischer Wind und ein kleiner Schauer während der Nacht haben das Wetter bestimmt. Aus dem geplanten Kurzbesuch für nur 3 Tage wurde dann doch eine ganze Woche. Wir haben auch das wirklich nette pfälzische Paar mit seinen 2 Hunden vom letzten Jahr wieder getroffen. Dieser Ort ist für Hundebesitzer einfach ideal. Wie schon letztes Jahr haben wir die umfangreichen Wanderwege im Naturschutzgebiet ausgiebig genutzt. Auch den Weg zum Strand haben wir nicht gescheut. Das Ganze war dieses Mal noch ein Stück entspannter, da wir unsere Jule mittlerweile völlig problemlos überall frei laufen lassen können. Die Spaziergänge waren für Mensch und Tier eine sehr entspannende Angelegenheit.

Da es uns das letzte Jahr in Veere so gut gefallen hatte, wurde die kleine Stadt auf der anderen Seite des Veerse Meer wieder besucht. Natürlich hatten wir mal wieder mit sehr starkem Gegenwind zu kämpfen, wurden aber durch einen herrlich sonnigen Nachmittag in Veere belohnt. Dieses Mal war der unterirdische Bastionsgang zum an der Seeseite gelegenen Verteidigungsturm geöffnet und hat uns letztendlich sogar zu einem kleinen Sandstrand mitten im Ort geführt. Den Abschluss der Stadtbesichtigung bildete ein Besuch auf der Terrasse des „‘t Waepen van Veere“ zu einem kühlen Getränk. Dieses direkt am Markt liegende Hotel und Restaurant ist auf jedem Fall einen Besuch wert. Wer die Zeit findet, sollte sich die wohl sehr umfangreich ausgestattete Bar ansehen.

Der starke Wind konnte uns auch nicht abschrecken, die insgesamt knapp 40 km lange Strecke nach Middelburg unter die Räder zu nehmen. Auch Middelburg hat sich mit strahlendem Sonnenschein von seiner besten Seite gezeigt. Man konnte die Vorbereitungen für den kommenden Koningsdag schon ganz deutlich sehen. Leider waren Willem-Alexander und Maxima anderweitig vergeben und haben sich dieses Mal in Groningen ihren Untertanen gezeigt. Middelburg mit seinem gotischen Rathaus, welches eines der bedeutendsten in den Niederlanden ist, der Liebfrauenabtei mit dem Sitz der Provinzialregierung und den vielen Kirchen, war schon immer unsere Lieblingsstadt in Zeeland. Ganz besonders ist der „Lange Jan“, ein 91 m hoher, achteckiger Turm der Abtei zu erwähnen. Für 4 € und nach dem Erklimmen von 207 Stufen bietet sich von seiner Spitze ein phantastischer Rundblick über die Halbinsel Walcheren. Angeblich gibt es am unteren Ende des Marktplatzes gegenüber der ING Bank die besten Frites und Snacks. Wir haben es selbst ausprobiert und können es nur bestätigen.

Eine andere sehr schöne Tour führte uns über den kompletten Nordteil der Insel Noord-Beeveland und durchs Landesinnere wieder zurück. Vom Stellplatz aus geht’s über den durchweg ebenen Fahrradweg durch den Nationalpark über De Banjaard, Roompot Haven, Sophiahaven und dann entlang des Strandweges bis fast zur Zeelandbrug hinter Colijnsplaat. Colijnsplaat bietet dem Besucher den Fischereihafen, 2 Windmühlen und ein einem römischen Tempelbau nachempfundenes Gebäude, den Nehalennia–Tempel. 1970 wurde von Fischern in der Oosterschelde vor Colijnsplaat ein römischer Altarstein gefunden, der zu einem römischen, der Göttin Nehalennia geweihten Tempel gehörte. Später wurden noch einige hundert Bildsteine, Statuen und Statuetten der Göttin gefunden. Nachbildungen dieser Funde sind in dem im Hafengelände neu errichteten oben erwähnten Tempelbau ausgestellt. Die Originale befinden sich im Rijksmuseum van Oudheden (Nationales Museum für Archäologie) in Leiden. Die Tour führt über im Frühjahr fast menschenleere Radwege entlang der Oosterschelde, was auch unserer Hündin Jule zugutekam. Sie konnte ein großes Stück des Weges frei neben unseren Rädern mitlaufen, was sie auch sehr genossen hat. Den Rückweg durchs Landesinnere hat sie größtenteils dösend im Hundeanhänger verbracht.

colijns
Nehalennia Tempel Colijnsplaat

An unserem letzten Abend in Kamperland haben dann mal wieder die Köpfe geraucht. Wo geht’s morgen früh hin. Wir haben uns spontan für Gouda entschieden. Es waren ja auch nur knapp 120 km zu fahren und wir konnten schon den Nachmittag zum Stadtbesuch nutzen. Bemerkenswert an der in der Provinz Südholland gelegenen schönen Stadt Gouda, die sich übrigens mit dem inoffiziellen Titel wohnmobilfreundlichste Stadt der Niederlande schmückt, ist der Stellplatz am Rand der Altstadt von Gouda. Es ist ein für maximal 30 Wohnmobile reservierter Teil eines normalen Parkplatzes und bietet alles was der Wohnmobilfahrer zum Leben braucht. Ver- und Entsorgung sowie begrenzt Stromanschlüsse (12) sind für 8 € am Tag verfügbar. Der Knaller ist das Wochenende. Da ist der Stellplatz Klein-Amerika dann von Freitagabend bis Montagmorgen komplett kostenlos. Obwohl wir erst Sonntagmittag angekommen sind, haben wir noch einen der ausgewiesenen Stellplätze bekommen und unser holländischer Nachbar hat seinen Stromanschluss mit uns geteilt. Gouda hat uns fasziniert. Eine kleine Stadt mit einem bezaubernden Altstadteil und auch sonntags geöffneten Käseläden. Nach einem umfangreichen Besichtigungsmarathon, bei dem das gotische Rathaus, welches das älteste gotische in den Niederlanden ist, das Waaghaus mit seinem Käse- und Handwerksmuseum und die Sint Janskerk, die mit ihren 123 m Länge die längste Kreuzkirche der Niederlande ist, die Hauptattraktionen waren, fand der Besuch seinen Abschluss mit einer Einkaufstour im Gouds Kaashuis in der Hoogstraat 1. Die Auswahl ist schon beeindruckend. Wir haben uns natürlich reichlich mit all den Leckereien, die es bei uns nicht gibt, eingedeckt. Einsetzender Starkregen hat dem wirklich interessanten Besuch der Stadt ein jähes Ende bereitet. Wenn man ehrlich und gut zu Fuß ist, reicht ein einziger Tag in Gouda auch wirklich aus um einen nachhaltigen Eindruck dieser hübschen Stadt zu bekommen. Abends stand natürlich mal wieder die Frage nach dem Wohin auf unserer Agenda.

Da wir im Mai 2006 schon einmal in Scheveningen und Den Haag waren, wollten wir uns dieses Mal den angeblich längsten Hundestrand Europas zwischen Noordwijk und Katwijk anschauen. Dazu hatten wir uns vorab 2 Campingplätze in Nordwijk ausgesucht. Leider waren auf beiden die Plätze bedingt durch das anhaltende Regenwetter völlig durchgeweicht (wenn wir einen Traktor sehen, der Wohnwagen aus der Wiese zieht, suchen wir normalerweise sofort das Weite). Kurzerhand wurde der Plan geändert und ein Parkplatz angefahren. Nach einer ausgiebigen Mittagspause ging’s dann zu Fuß in Richtung Strand. Hier wurde ich mal wieder eines Besseren belehrt. Man sollte doch mehr auf die Intuitionen der Ehefrauen hören, als auf seine eigenen. Mein Gefühl hat mich leider mal wieder im Stich gelassen und der Strand rückte in sehr weite Ferne. Es gibt wahrlich ein ausgedehntes Wanderwegenetz in den Dünen von Nordwijk und wir haben einen großen Teil davon erwandert. Nach gut zwei Stunden und gefühlten 10 km haben wir dann, dank des Orientierungssinns meiner Ehefrau, den Strand gefunden. Und was soll ich sagen, der ist wirklich breit. Nach einigen Schritten nach rechts war auch schon der Hundestrand erreicht und unsere Jule konnte losrennen. Leider war aufgrund des stürmischen und teilweise regnerischen Wetters außer uns niemand sonst am Strand. Zurück zum Parkplatz waren es dann nur noch etwa 2 km, die wir in knapp einer halben Stunde bewältigt haben. Beim Kaffee zum Aufwärmen im Wohnmobil stand mal wieder eine Entscheidung an. Wo soll’s hingehen?

Die Entscheidung fiel zugunsten von Den Haag. Leider waren unsere Erinnerungen an die Stadt doch sehr verschwommen und es wurde Zeit sie wieder aufzufrischen. Da Den Haag einen Wohnmobilstellplatz hat, war die Frage der Unterkunft auch relativ schnell geklärt. Als wir auf den Stellplatz zugefahren sind, kamen doch schnell Zweifel auf. Die Zufahrt war aufgrund von Bauarbeiten sehr, sehr schmal und uns kam auf halber Strecke zu allem Übel noch ein Wohnmobil entgegen. Bevor es zu irgendwelchen Gesprächen über Vorfahrt oder Sonstiges kam, hatte ich mich entschlossen, rückwärts zurück zu fahren und den holländischen Kollegen vorbei zu lassen. Warum? Weil ich es kann. Am Tor mußte nur ein kurzer Anruf an die angegebene Nummer erfolgen und das Tor öffnet sich wie von Geisterhand. Der Weg zum eigentlichen Stellplatz führt über eine schmale Straße und man wird vom freundlichen Betreiber schon erwartet. Auf den ersten Blick hat der Platz nicht den besten Eindruck vermittelt und 46,80 € für 2 Tage (inklusive 2 Personen, 1 Hund, Strom, Sanitärnutzung und Ver-/Entsorgung) sind schon ein stolzer Preis. Nach der Anmeldung an der Rezeption und einem ausgiebigen Schwätzchen mit dem Betreiber wußten wir auch warum der Platz so einen heruntergekommenen Eindruck erweckt. Die Stadt Den Haag hat schon vor längerer Zeit angekündigt den Pachtvertrag nicht mehr zu verlängern, da auf dem Gebiet Luxuswohnungen gebaut werden sollen. Jetzt konnten wir Erik ein wenig mehr verstehen, warum nichts mehr am Platz gemacht wird, außer ein wenig Kosmetik. Bei der Anmeldung bekommt man ein älteres Nokia Handy auf dem nur 1 Nummer gespeichert ist und die zum Öffnen des Tores an der Einfahrt benutzt wird. Der Platz selbst bietet saubere Sanitäranlagen, eine provisorische Entsorgung und eine selbst gebaute Entsorgung für Chemietoiletten. Die Lage ist natürlich fast unschlagbar, obwohl die Autobahn in relativer Nähe verläuft. Ein kurzer Fußmarsch von etwa 10 Minuten und man hat die Haltestelle der Tram erreicht. Mit einem Tagesticket (zu 6,50 € je Erwachsener, daß man mit Bargeld, einer EC Karte oder einer Kreditkarte in der Tram kaufen kann) ist die Innenstadt von Den Haag innerhalb von 30 Minuten zu erreichen. Wohl erzogene Hunde fahren kostenlos und ohne Maulkorb in der Tram # 15 mit. Auf der Webseite der Stadt kann man verschiedene Themenrouten durch die Stadt wählen und wird mit ausführlichen Informationen versorgt je nach gewähltem Thema durch die Stadt geführt. Wir haben die Royale Route mit persönlichen Abweichungen gewählt. Auf die verschiedenen Sehenswürdigkeiten werde ich hier nicht eingehen. Fakt ist, es gibt auf jeden Fall für jeden Geschmack genug zu entdecken in Den Haag.

Auf dem Camperpark Zeeland hatte mir ein freundlicher Nachbar vom Parkplatz am Hafen in Scheveningen erzählt, auf dem man angeblich tagsüber stehen kann, um die Stadt zu erkunden. Leider war an diesem Mittwoch im gesamten Hafengebiet kein Platz für unsere 8 m zu finden und wir haben uns umgehend auf den Weg zu unserem nächsten Ziel gemacht. Der Stellplatz in Ablasserdam sollte es sein. Von hier aus kommt man mit dem Rad über gut ausgebaute Radwege in etwa 3 km zu den 21 Windmühlen von Kinderdijk. Alternativ kann man aber auch den Wasserbus nutzen, der auch bis nach Rotterdam fährt. Kinderdijk sollte man gesehen haben. Wir waren vor einigen Jahren schon einmal dort und der Strom der Touristen hat sich vervielfacht. Besonders die Anzahl der Radfahrer ist dramatisch gestiegen. Ganze Busladungen werden auf dem Parkplatz ausgespuckt und auf Fahrräder verfrachtet. Mehr als die Hälfte aller Radfahrer dort gehören in die Kategorie „Ungeübt oder Anfänger“. Ein großer Teil des Weges durch die Mühlenlandschaft sind deshalb Fußgänger und Radfahrer strikt getrennt. Nur weiter durch werden beide Wege vereint weil der normale Bustourist aus Zeitmangel gar nicht bis dorthin gelangt. Wir haben natürlich unsere Räder am Eingang festgemacht und sind zu Fuß bis zum Ende gelaufen. Wer dann über die Brücke auf die andere Seite geht, findet einen wunderschönen Weg, auf dem die Hunde frei laufen dürfen. Unsere Jule hat das in vollen Zügen genossen. Nur kurz vor dem Überqueren der Brücke auf dem Rückweg, hat sie mich nochmal gefordert. Die hat ja meistens ihr Spielzeug, einen Gummiring mit Schlaufe, dabei und der ist beim Schnüffeln am Rand des Kanals in selbigen gefallen. Da wir einen äußerst wasserscheuen Border Collie haben, hat Madame uns mit Blicken um Hilfe gebeten. Natürlich war der Gummiring weg. Mit einem Schilfrohr ist es mir dann doch gelungen ihn unter Wasser aufzuspüren und wieder an die Oberfläche zu holen. Sie lässt ihn zwar noch immer fallen um an interessanten Orten zu schnüffeln, sie passt aber mittlerweile genau auf wo. Wer nicht an der Besichtigung einer Mühle von innen interessiert ist, kann sich das Eintrittsgeld sparen. Zurück ging’s für uns dann auf einem freiwillig gewählten Umweg (3 km Radfahren sind einfach zu wenig) nach Ablasserdam. Der Stellplatz liegt direkt am Hafen bot uns einen fantastischen Blick auf die zu dieser Zeit statt findende Kirmes im Hafengebiet. 34 € für 2 Nächte, alles inklusive sind für diesen Platz nicht zu viel verlangt. Wer morgens auf frische Backwaren steht, kann ab 08:30 Uhr jeden Tag beim fahrenden Bäcker einkaufen, allerdings sollte am Abend vorher vorbestellt werden. Direkt am Stellplatz befindet sich auch die Werft Oceanco, die auf den Bau von Luxusyachten spezialisiert ist. Im Moment wird gerade die 90 m lange Y717 fertig gestellt, die noch dieses Jahr als „Dar“ an seinen Besitzer übergeben werden soll. Wenn man die abends beleuchtet im Hafen liegen sieht, ist es schon ein Traum, der aber in weite Ferne rückt angesichts des Preises von mindestens 200.000.000 €. Das sind locker mal 1000 Luxuswohnmobile.

Und wieder stand eine Entscheidung an. Wir hatten uns aber vorher schon im neuen Top Platz Heft etwas umgesehen und noch einen interessanten Platz in Nordbrabant gefunden, bevor es nach Luxemburg weiterging. Wir reisten also weiter nach Oirschot auf den dieses Jahr erweiterten Camperplaats. Der Platz liegt sehr schön am Wilhelmakanal direkt bei einer Gärtnerei und bietet außer einer Sanitäranlage alles was man braucht für 15 €. Eine sehr gut erreichbare Entsorgung, mit 2 Wasserzapfstellen und einer ChemieWC Entsorgung liegen am Ausfahrtsbereich des Platzes. Jeder Stellplatz ist mit einem eigenen Stromanschluss und Wasserversorgung ausgestattet. Im kleinen Infopavillion finden sich vielfältige Informationen über Brabant und die direkte Umgebung von Oirschot. Das Beste ist aber, neben dem sehr schnellen und kostenlosen WLAN, das Angebot an bereits vorkonfigurierten Rad- und Wandertouren. Es gibt kleine laminierte Karten mit der kompletten Strecke und den zu erwartenden Highlights. Ein wirklich fast einmaliger Service. Zudem werden die Gäste alle persönlich von den netten Betreibern Gabrielle und Carl begrüßt. Wir wurden sogar zweimal begrüßt. Zuerst von den belgischen Freunden der Beiden, die als Urlaubsvertretung da waren und dann nochmals von Gabrielle und Carl. Die haben sich noch für am nächsten Morgen kommende Unannehmlichkeiten entschuldigt. Der Platz wurde in diesem Frühjahr auf das Doppelte vergrößert, nur die Drainage und der endgültige Bodenbelag fehlten noch im neuen Teil. Damit wurde an unserem Abreisetag angefangen. Der Platz an sich liegt sehr gut direkt am Wilhelmakanaal. Entlang dieses Wasserweges und dem vor Eindhoven kreuzenden Beatrixkanaal führen stark frequentierte Radwege. Oirschot hat angeblich die größte Monumentendichte in den Niederlanden. Es gibt aber auch wirklich an jeder Ecke was zu entdecken. Wir haben noch Eindhoven mit einem Besuch beehrt. Mit dem Rad auf sehr guten Wegen ist man nach etwa 16 km mitten in der Stadt. Die Stadt selbst ist eine Mischung aus wenig Altem und viel Neuem. Ein Großteil der Stadt wurde während des Zweiten Weltkrieges von den Westalliierten selbst zerstört. Beim Wiederaufbau wurden nur wenige historische Gebäude erhalten. Eindhoven ist hauptsächlich bekannt als der wichtigste Produktions- und Forschungsstandort von Philips und vom LKW Hersteller DAF.

Zu unserer vorläufig letzten Station ging’s durch Belgien auf relativ gut ausgebauten Landstraßen bis nach Heiderscheid in Luxemburg. Auf dem Camperhafen bei Campingplatz Fuussekaul  befinden sich 35 schön gelegene Stellplätze, leider direkt an einer stark befahrenen Straße. Zum gefahrlosen Überqueren der Straße wurde eine Unterführung gebaut. Durch die kann man jetzt problemlos die Infrastruktur des Campingplatzes erreichen. Jeder Platz verfügt über eine eigene Stromsäule, TV- und Wasseranschluß und eine Abwasserentleerung. Eine gut anzufahrende Servicestation mit Bodeneinlass und kostenloser Wasserversorgung ist auch vorhanden. Im Moment mangelt es nur ein wenig an etwas mehr Pflege und Sorgfalt. Der jeweils eigene Rasenanteil hat schon seit längerem keinen Rasenmäher gesehen. Das trifft auch auf den Campingplatz zu. Leider kann man in letzter Zeit vermehrt die Tendenz erkennen, Stellplätze für Wohnwagen und Wohnmobile durch Mobilheime und Luxuszelte zum Mieten zu ersetzen. Auf jeden Fall eine einfache Methode, schnell und effektiv seinen Umsatz zu machen. Für uns Camper eigentlich eine traurige Entwicklung, die aber doch mehr unsere Kollegen mit den Wohnwägen betrifft. Nichts desto trotz ist der Stellplatz eine Empfehlung wert. Es gibt einige schöne Wanderwege in der Umgebung und die Stadt Luxemburg ist mit einem Tagesticket auch sehr schnell erreicht. Zu erwähnen ist außerdem die Tatsache, daß es einen zweiten Stellplatz am Obersaurer Stausee gibt, der zum selben Betreiber gehört. Wer 12 Übernachtungen auf einem der Beiden in seinem Heft gesammelt hat, bekommt eine Gratisübernachtung und ein kleines Geschenk. Wir werden diesem Platz auf jeden Fall dieses Jahr noch unsere Aufwartung machen. Wenn man schon mal in Luxemburg ist,  sollte man zumindest an den Besuch einer Tankstelle denken, auch wenn der Preisunterschied nicht mehr so immens ist.

Unser Fazit:

Obwohl wir so schnell nicht mehr in die Niederlande reisen wollten, hat uns diese Rundreise sehr gut gefallen und einige andere Blickwinkel auf das Land beschert. Zeeland ist und bleibt ein Paradies für Hundebesitzer mit seinen weitläufigen Stränden. Besonders außerhalb der Hochsaison, wenn sich Mensch und Hund ohne Leine bewegen dürfen.

Auch die von uns besuchten Städte hatten jede für sich ihren besonderen Charme. Auch hier wird an uns Hundefreunde gedacht. Wir haben in jeder Stadt eine Freilaufzone für Hunde gefunden; mal größer, mal kleiner, aber Hauptsache es war eine da. Die Disziplin der Besitzer lässt aber vielerorts leider sehr stark zu wünschen übrig. Obwohl es in Holland wirklich viele Tütchenspender gibt, werden die Hinterlassenschaften sehr oft nicht weggemacht. Das ist aber kein regionales Problem. Dasselbe kann man auch bei uns zuhause beobachten.

Was auch noch auffällt, ist die Tatsache, daß außerhalb Zeelands die Supermärkte oder Diskounter sehr oft mitten in den Orten liegen, mit entweder sehr kleinen Parkplätzen oder sogar mit Parkhäusern, welche für Wohnmobile nicht oder nur einmalig zu benutzen sind. Das haben wir in Belgien bei der Durchfahrt anders erlebt. Dort finden sich meistens alle größeren Geschäfte am Ortsrand mit ausreichend Parkmöglichkeiten.

Luxemburg hat uns überrascht. Als Saarländer kennt man Luxemburg hauptsächlich aus der Sicht des Tanktouristen. Das kleine Land hat doch viel mehr zu bieten als billigen Sprit und Kaffee. Die Landschaft ist durchaus mit unserer eigenen Heimat zu vergleichen. Ausgedehnte Waldgebiete, Felder, kleine malerische Orte und vielfältige Freizeitmöglichkeiten finden sich an jeder Ecke. Uns hat es gut gefallen.

Der Besuch einiger Städte in den Niederlanden, die mal nicht am Meer lagen, hat unseren Entschluss ins Wanken gebracht. Es gibt doch noch vieles zu entdecken. Mal sehen. Dieses Jahr sind einige Kurztouren in unserer näheren Umgebung geplant und im Herbst geht’s vielleicht nach Südtirol zum Wandern. Aber auch davon kann man später hier lesen.

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